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Pflege zu Hause oder Pflegeheim? Fünf Bereiche, die bei der Entscheidung zählen

Pflege zu Hause oder Pflegeheim – diese Frage stellt sich oft nach einem Sturz, einer Spitalsentlassung oder wenn der Alltag spürbar schwerer wird. Viele Familien erleben sie als belastend. Sorge, Verantwortungsgefühl und ein schlechtes Gewissen mischen sich. Das ist normal und kein Zeichen, dass Sie etwas falsch machen. Entscheidend sind fünf Bereiche: Wohnform, Umfang der Unterstützung, fachliche Versorgung, Verfügbarkeit und Kosten.

Welche Lösung passt, hängt vom Bedarf, von den Wünschen Ihres Angehörigen und von den Möglichkeiten Ihrer Familie ab. Wer die fünf Bereiche getrennt betrachtet, schafft eine belastbare Grundlage für die Entscheidung – auch dann, wenn sie später neu bewertet werden muss.

Inhaltsverzeichnis
  1. Pflege zu Hause oder Pflegeheim: Worauf es bei der Entscheidung ankommt
  2. Pflege zu Hause: Was möglich ist und wer was übernehmen darf
  3. Betreutes Wohnen und Pflegeheim sind nicht dasselbe
  4. Pflege zu Hause, betreutes Wohnen oder Pflegeheim: der direkte Vergleich
  5. Was kostet was? Pflegeheim, betreutes Wohnen und 24-Stunden-Betreuung im Vergleich
  6. In sieben Schritten zu einer guten Entscheidung
  7. Die richtige Lösung passt zum Menschen – nicht umgekehrt
  8. Häufige Fragen & Antworten zu Pflege zu Hause oder Pflegeheim

Pflege zu Hause oder Pflegeheim: Worauf es bei der Entscheidung ankommt

Viele ältere Menschen möchten so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden bleiben. Dieser Wunsch hat Gewicht. Zugleich sollte die Entscheidung nicht allein davon abhängen, was bisher funktioniert hat. Der Pflege- und Betreuungsbedarf kann sich verändern – manchmal langsam, manchmal von einem Tag auf den anderen: nach einem Sturz, einer Spitalsentlassung oder wenn der Alltag spürbar schwerer wird.

Zwischen den beiden Polen gibt es mehr Möglichkeiten, als viele Familien zunächst denken – etwa mobile Dienste und Heimhilfe, Tagesbetreuung, betreutes Wohnen, eine 24-Stunden-Betreuung sowie Kurzzeit- oder Übergangspflege nach einem Spitalsaufenthalt.

Sicherheit und Alltag realistisch einschätzen

Einzelne schwierige Tage bedeuten noch keinen Umzug. Häufen sich Probleme jedoch, lohnt ein genauer Blick. Notieren Sie Ihre Beobachtungen an typischen Tagen möglichst konkret – mit Zeitpunkt, Häufigkeit und der jeweils nötigen Hilfe. Diese Fragen helfen dabei:

  • Gelingen Körperpflege, Ankleiden, Essen und Trinken noch selbstständig – oder nur mit Hilfe, und bei welchem Schritt genau?
  • Werden Medikamente wie verordnet eingenommen und Arzttermine eingehalten?
  • Gab es in den letzten Monaten Stürze, Orientierungsschwierigkeiten, nächtliche Unruhe oder Momente, in denen Hilfe nicht rechtzeitig da war?
  • Passt die Wohnung noch zur aktuellen Mobilität – etwa bei Stufen, Türschwellen, im Bad und auf dem Weg zur Toilette?
  • Gibt es regelmäßig soziale Kontakte – oder wird die Einsamkeit größer?
  • Wie oft springen Sie oder andere Angehörige ungeplant ein, auch nachts oder am Wochenende?
  • Was können Angehörige übernehmen, wofür braucht es eine Betreuungskraft, mobile Pflege oder ärztliche Abklärung?

Ein konkretes Beispiel: Ihre Mutter steht nachts mehrmals auf und ist in den letzten Monaten zweimal gestürzt. Tagsüber wirkt vieles noch unauffällig. Trotzdem sollte die Unterstützung neu geprüft werden, denn eine zusätzliche Stunde Hilfe am Vormittag löst das nächtliche Risiko nicht. Sinnvoll sein können eine Nachtbetreuung, eine Anwesenheit rund um die Uhr oder eine Wohnform mit verlässlicher Nachtversorgung.

Sie müssen diese Einschätzung nicht allein treffen. In Österreich gibt es für Menschen, die Pflegegeld beziehen, und ihre Angehörigen kostenlose Hausbesuche: Eine diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegeperson erhebt die Situation zu Hause, gibt praktische Pflegetipps und informiert über Hilfsmittel und soziale Dienste. Einen Termin können Sie österreichweit unter 050 808 2087 oder per E-Mail an wunschhausbesuch@svqspg.at vereinbaren. Bei akuten gesundheitlichen Veränderungen gilt unabhängig davon: rasch ärztlich abklären lassen. [2]

Die Wünsche Ihres Angehörigen gehören in die Entscheidung

Eine Lösung hält länger, wenn der Mensch, um den es geht, so weit wie möglich mitentscheidet. Fragen Sie nicht nur nach der bevorzugten Wohnform, sondern auch danach, was im Alltag zählt: vertraute Abläufe, Nähe zur Familie, Rückzugsmöglichkeiten, Gesellschaft oder rasch erreichbare Hilfe. Lehnt Ihr Angehöriger jede Veränderung ab, hilft es oft, zunächst über ein konkretes Problem zu sprechen – etwa die Nacht – statt sofort über einen Umzug. Kann er seine Wünsche nicht mehr zuverlässig äußern, sollten frühere Aussagen und vorhandene Vorsorgevereinbarungen in die Entscheidung einfließen.

Genauso offen gehört Ihre eigene Belastbarkeit auf den Tisch. Niemandem ist geholfen, wenn eine Betreuung nur deshalb weiterläuft, weil sich Familienmitglieder verpflichtet fühlen, dauerhaft mehr zu leisten, als sie gesund durchhalten. Neben mobilen Diensten können auch Ersatzpflege, Pflegekarenz oder andere Entlastungsangebote infrage kommen. Es ist in Ordnung, sich Unterstützung zu holen – und es ist in Ordnung, diese Entscheidung nicht allein zu treffen.

Möchten Sie Ihre Möglichkeiten für die Betreuung zu Hause besser einordnen?

Wir begleiten Sie bei der ersten Einschätzung. Sie können die Kosten einer 24-Stunden-Betreuung für Ihren Fall kalkulieren lassen oder Ihre Situation persönlich mit uns besprechen.

Pflege zu Hause: Was möglich ist und wer was übernehmen darf

„Pflege zu Hause“ ist keine einzelne Leistung, sondern ein Baukasten. Je nach Situation lassen sich Unterstützung durch Angehörige, Heimhilfe, mobile Hauskrankenpflege, Haushaltshilfen, Tagesbetreuung und eine 24-Stunden-Betreuung kombinieren. Entscheidend ist, wer was übernehmen darf. Eine Personenbetreuerin unterstützt im Haushalt und im Alltag, begleitet zu Terminen und ist im vereinbarten Betreuungsmodell anwesend. Bestimmte pflegerische und ärztliche Tätigkeiten darf sie nur im rechtlich vorgesehenen Rahmen und nach entsprechender Anordnung oder Delegation übernehmen. Regelmäßige Wundversorgung, Injektionen oder ein komplexes Medikamentenmanagement gehören in fachkundige Hände – zu Hause häufig in Kombination mit mobiler Hauskrankenpflege. [3][4]

Was zu Hause bleibt, wenn Betreuung dazukommt

  • Die vertraute Wohnung, persönliche Gewohnheiten und bestehende Kontakte bleiben erhalten.
  • Die Unterstützung richtet sich nach dem gewohnten Tagesablauf – nicht umgekehrt.
  • Gerade bei Demenz kann eine vertraute Umgebung Orientierung geben.
  • Sie bleiben als Familie eng eingebunden, ohne jede Aufgabe selbst übernehmen zu müssen – und können wieder stärker Tochter, Sohn oder Partner sein.
  • Der Umfang lässt sich schrittweise anpassen, solange Sicherheit und fachliche Versorgung gewährleistet bleiben.

Zu Hause braucht es klare Zuständigkeiten

Damit Betreuung zu Hause trägt, braucht es einen stabilen Plan. Wer ist tagsüber erreichbar, wer nachts, wer am Wochenende, wer bei einem Ausfall? Wer übernimmt Haushalt, Begleitung, Körperpflege, pflegerische Aufgaben und die medizinische Versorgung? Welche Anpassungen braucht die Wohnung? Und wie kommen Sie als Angehörige regelmäßig zu Erholung? Klären Sie insbesondere schriftlich, wer eine Vertretung organisiert, wenn eine Betreuungskraft kurzfristig ausfällt, und welche Kosten dabei entstehen.

Eine 24-Stunden-Betreuung kann ein Teil dieser Lösung sein. Ob sie fachlich und praktisch passt, hängt am realen Unterstützungsbedarf, an der Wohnsituation und an klar geregelten Zuständigkeiten. Für die Bundesförderung ist die Pflegegeldstufe dagegen relevant: Sie setzt Pflegegeld ab Stufe 3 und weitere Voraussetzungen voraus. Die Eignung der Wohnform und die Förderfähigkeit sind daher zwei getrennte Fragen. [6]

Betreutes Wohnen und Pflegeheim sind nicht dasselbe

Betreutes Wohnen verbindet in der Regel eine eigene, altersgerechte Wohnung mit Betreuungs- oder Serviceleistungen. Es eignet sich vor allem für Menschen, die ihren Alltag noch weitgehend selbstständig führen können, sich aber mehr Sicherheit oder Gemeinschaft wünschen. Manche Angebote enthalten ein Grundservice und lassen sich um weitere Dienste ergänzen. Organisation und Umfang unterscheiden sich je nach Anbieter deutlich. Klären Sie deshalb schriftlich, was im Grundpreis enthalten ist, ob nachts eine Person anwesend oder nur erreichbar ist und was geschieht, wenn der Pflegebedarf steigt. [7]

Ein Pflegeheim verbindet stationäres Wohnen mit Pflege und Betreuung. Je nach Haus gibt es Spezialisierungen, etwa für Menschen mit Demenz oder für palliative Begleitung. Aufnahmevoraussetzungen, Kosten und Wartezeiten unterscheiden sich nach Bundesland, Träger und Einrichtung. Eine bestimmte Pflegegeldstufe legt weder die richtige Wohnform fest noch garantiert sie einen Heimplatz. Zunächst werden Pension, Pflegegeld und sonstige Einkünfte des Bewohners zur Finanzierung herangezogen. Reicht das Einkommen nicht aus, kommt meist die Sozialhilfe für den Restbetrag auf. Im Rahmen dieser Sozialhilfe darf seit 1. Jänner 2018 nicht auf das Vermögen der pflegebedürftigen Person oder ihrer Angehörigen zugegriffen werden. [1][8]

Wann ein Pflegeheim die richtige Wahl sein kann

  • Der medizinisch-pflegerische Bedarf lässt sich durch Betreuung und mobile Pflege zu Hause nicht mehr verlässlich abdecken.
  • Nächtliche Unruhe, wiederholte Selbstgefährdung oder ein sehr hoher Bereitschaftsbedarf lassen sich in der Wohnung nicht sicher auffangen.
  • Die Wohnung kann nicht passend adaptiert werden oder bietet keinen geeigneten Rahmen für die benötigte Betreuung.
  • Ein bestimmtes Haus bietet genau die pflegerische Versorgung, Spezialisierung und soziale Begleitung, die gebraucht wird.
  • Ihr Angehöriger wünscht sich mehr Gemeinschaft oder fühlt sich in einer Einrichtung sicherer.

Ein Umzug ins Pflegeheim ist kein Versagen der Familie. Für manche Familien ist er die Entscheidung, die allen Beteiligten wieder Luft gibt – und damit auch wieder mehr echte Nähe, weil Besuche nicht länger von Erschöpfung überschattet sind. Wer Organisation, Medikamentenbox und nächtliche Bereitschaft abgibt, gewinnt wieder Kraft für das, was nur Angehörige leisten können.

Bevor Sie sich festlegen, besuchen Sie am besten mehrere Einrichtungen. Fragen Sie konkret:

  • Wie ist das Haus tagsüber und nachts personell besetzt?
  • Welche Leistungen sind im Grundpreis enthalten, welche werden zusätzlich verrechnet?
  • Welche pflegerischen oder medizinischen Veränderungen kann das Haus weiterhin begleiten?
  • Wie sind Besuche, längere Abwesenheiten und Krankenhausaufenthalte geregelt?
  • Wie lang ist die aktuelle Wartezeit und wonach richtet sich die Reihung?

So vergleichen Sie echte Angebote statt bloßer Bezeichnungen.

Pflege zu Hause, betreutes Wohnen oder Pflegeheim: der direkte Vergleich

Entscheidungsbereich Betreuung zu Hause Betreutes Wohnen Pflegeheim
Alltag und Umgebung Die vertraute Wohnung und persönliche Routinen bleiben erhalten. Die eigene Wohnung wird mit vereinbarten Service- oder Betreuungsleistungen verbunden. Wohnen, Pflege und Betreuung finden in einer stationären Einrichtung statt.
Passt häufig, wenn … der Alltag mit abgestimmter Unterstützung funktioniert und medizinische Leistungen gesondert abgedeckt sind. Ihr Angehöriger noch weitgehend selbstständig ist und vor allem Sicherheit und Gemeinschaft sucht. Pflegebedarf, nächtliche Sicherheit oder medizinische Versorgung zu Hause nicht mehr verlässlich abdeckbar sind.
Fachliche Versorgung Personenbetreuung, mobile Pflege und ärztliche Versorgung werden klar voneinander abgegrenzt und kombiniert. Pflege und Nachtversorgung sind nicht automatisch enthalten und müssen vertraglich vereinbart werden. Pflegepersonal ist im Haus; Spezialisierungen und konkrete Leistungen unterscheiden sich je Einrichtung.
Angehörige Nähe und Mitwirkung bleiben möglich; Entlastung und Vertretung werden verbindlich eingeplant. Angehörige bleiben eingebunden; ihre Aufgaben hängen vom gebuchten Leistungsumfang ab. Angehörige bleiben wichtige Bezugspersonen, während das Haus die vereinbarte Pflege übernimmt.
Verfügbarkeit Dienste und Betreuungskräfte hängen vom Wohnort und vom benötigten Leistungsumfang ab. Geeignete Wohnungen und Leistungen sind regional und anbieterabhängig. Freie Plätze und Wartezeiten unterscheiden sich nach Region und Einrichtung.
Kosten Wohnen, Betreuung, mobile Pflege, Verpflegung, Vertretung und Förderungen zählen zusammen. Bei vitabene beginnt die 24-Stunden-Betreuung derzeit bei 94 Euro pro Tag. Miete, Grundservice, zusätzliche Dienste und Pflege werden getrennt berechnet. Üblich sind ein Grundbetrag und ein Pflegezuschlag; hinzu kommen je nach Haus Zusatzleistungen.
Wenn das eigene Budget nicht reicht Pflegegeld und – bei erfüllten Voraussetzungen – Förderungen für die 24-Stunden-Betreuung können die Kosten teilweise abdecken. Unterstützungen sind regional und vom konkreten Modell abhängig. Reichen Einkommen und Pflegegeld nicht aus, kommt meist die Sozialhilfe für den Restbetrag auf.

Legen Sie beim Vergleich einen einfachen Maßstab an: Welche Lösung trägt auch an einem schlechten Sonntag um drei Uhr früh – dauerhaft, nicht nur an guten Tagen?

Was kostet was? Pflegeheim, betreutes Wohnen und 24-Stunden-Betreuung im Vergleich

Ein seriöser Kostenvergleich beginnt mit derselben Leistungsgrundlage und demselben Zeitraum. Für die Betreuung zu Hause zählen mehr als das Honorar einer Betreuungskraft. Je nach Modell kommen Wohnkosten und Verpflegung, mobile Pflege, Anpassungen in der Wohnung, Fahrt- und Organisationskosten sowie eine Vertretung bei Ausfällen hinzu. Bei vitabene ist eine 24-Stunden-Betreuung derzeit ab 94 Euro pro Tag möglich; Honorar inklusive Sozialversicherung, An- und Abreise sowie der Agenturbeitrag sind laut unserer Kostenseite enthalten. Wohnkosten, Verpflegung und zusätzlich benötigte mobile Pflege müssen trotzdem in die Vollkosten einfließen. [9]

Beim Pflegeheim setzen sich die Kosten in der Regel aus einem Grundbetrag und einem Zuschlag zusammen, der vom Pflegebedarf abhängt. Die Höhe unterscheidet sich nach Bundesland, Träger, Ausstattung und Haus. Verlangen Sie deshalb für jede Option eine schriftliche Monatsaufstellung mit allen enthaltenen und zusätzlichen Leistungen.

Rechnen Sie Pflegegeld und Förderungen getrennt von den Gesamtkosten durch. Das Pflegegeld gleicht pflegebedingte Mehraufwendungen teilweise aus und wird in sieben Stufen ausbezahlt. Seit 1. Jänner 2026 beträgt es monatlich 206,20 Euro in Stufe 1, 592,60 Euro in Stufe 3, 888,50 Euro in Stufe 4 und bis zu 2.214,80 Euro in Stufe 7. [5]

Die Bundesförderung für eine 24-Stunden-Betreuung beträgt bei zwei selbstständigen Betreuungspersonen höchstens 800 Euro pro Monat und bei zwei unselbstständigen Betreuungspersonen höchstens 1.600 Euro. Zu den Voraussetzungen zählen ein Bedarf an bis zu 24-Stunden-Betreuung, Pflegegeld ab Stufe 3, ein entsprechendes Betreuungsverhältnis und ein monatliches Nettoeinkommen der pflegebedürftigen Person von grundsätzlich höchstens 2.500 Euro. Pflegegeld und bestimmte weitere Leistungen werden bei dieser Einkommensgrenze nicht berücksichtigt. Ob alle Voraussetzungen erfüllt sind, muss im Einzelfall geprüft werden.

Darf für Heimkosten auf das Vermögen der Familie zugegriffen werden?

Im Rahmen der Sozialhilfe darf seit 1. Jänner 2018 nicht auf das Vermögen der pflegebedürftigen Person, ihrer Angehörigen, Erbinnen und Erben oder Geschenknehmerinnen und Geschenknehmer zugegriffen werden, um Heimkosten abzudecken. Zunächst werden Pension, Pflegegeld und sonstige laufende Einkünfte des Heimbewohners herangezogen. Reichen sie nicht aus, übernimmt meist die Sozialhilfe den Restbetrag. Für die genaue Abwicklung und bundeslandspezifische Bedingungen ist der zuständige Sozialhilfeträger die richtige Anlaufstelle.

Wenn eine 24-Stunden-Betreuung zu Hause für Sie infrage kommt, können Sie uns im vitabene-Kostenrechner die wichtigsten Eckdaten Ihrer Situation übermitteln – darunter Pflegegeldstufe, Mobilität und Wohnort. Auf dieser Grundlage erstellen wir eine persönliche Kostenkalkulation. Das Formular zeigt kein automatisches Ergebnis und ersetzt weder den Vergleich mit einer bestimmten Einrichtung noch ein verbindliches Angebot.

In sieben Schritten zu einer guten Entscheidung

  1. Bedarf festhalten: Notieren Sie über mehrere typische Tage, wobei, wie oft und zu welchen Tageszeiten Unterstützung nötig ist.
  2. Pflegegeld beantragen oder Höherstufung prüfen: Der festgestellte Pflegebedarf ist die Grundlage für das Pflegegeld und mehrere weitere Unterstützungen. Beginnen Sie damit möglichst früh.
  3. Wünsche besprechen: Beziehen Sie Ihren Angehörigen früh und so weit wie möglich ein.
  4. Fachliche Einschätzung einholen: Klären Sie pflegerische und medizinische Fragen mit den zuständigen Fachpersonen – etwa im Rahmen eines kostenlosen Hausbesuchs.
  5. Möglichkeiten vor Ort prüfen: Fragen Sie mobile Dienste, Betreuungsangebote und mehrere Einrichtungen nach Leistung, Verfügbarkeit und Wartezeit.
  6. Vollkosten gegenüberstellen: Vergleichen Sie für denselben Zeitraum alle enthaltenen und zusätzlichen Kosten – vor und nach Pflegegeld und Förderungen.
  7. Übergang und Überprüfung planen: Vereinbaren Sie, wann Sie die gewählte Lösung gemeinsam prüfen und welche Veränderungen eine neue Entscheidung auslösen.

Setzen Sie den Überprüfungstermin gleich in den Kalender. Drei Monate nach dem Start sind oft ein sinnvoller erster Abstand. Früher sollten Sie neu hinschauen, wenn sich Mobilität, Orientierung, der nächtliche Unterstützungsbedarf, die medizinische Versorgung oder Ihre eigene Belastung deutlich verändern. So besprechen Sie Anpassungen möglichst an einem ruhigen Nachmittag statt erst in der nächsten Krise.

Die richtige Lösung passt zum Menschen – nicht umgekehrt

Wenn Sie aus diesem Artikel eine Sache mitnehmen:

Das gilt zu Hause genauso wie im Heim. Und es gilt für heute, nicht für immer: Eine gute Entscheidung darf sich verändern, wenn sich das Leben verändert.

Wenn eine 24-Stunden-Betreuung zu Hause für Ihre Familie infrage kommt, begleiten wir Sie von der ersten Bedarfsklärung über Förderanträge und Organisation bis zur laufenden Betreuung. Unsere Betreuungskräfte werden in der eigenen vitabene-Akademie ausgewählt und ausgebildet; Verträge, Meldewesen und Förderansuchen übernehmen wir ebenfalls. Und wenn eine stationäre Einrichtung für Ihre Situation die bessere Lösung ist, sagen wir das ehrlich.

Kommt eine 24-Stunden-Betreuung zu Hause für Ihre Familie infrage?

Übermitteln Sie Ihre Eckdaten für eine persönliche Kostenkalkulation oder besprechen Sie Ihre Situation direkt mit uns.

Kontaktieren Sie uns. Wir beraten Sie gerne!


Häufige Fragen & Antworten zu Pflege zu Hause oder Pflegeheim

Ab welcher Pflegegeldstufe braucht mein Angehöriger ein Pflegeheim?

Keine. Keine Pflegegeldstufe entscheidet automatisch über die Wohnform oder garantiert einen Heimplatz. Für die Aufnahme gelten regionale und einrichtungsbezogene Voraussetzungen. Ausschlaggebend sind der reale Pflegebedarf, die Versorgung zu Hause und die Aufnahmeentscheidung der jeweiligen Stelle oder Einrichtung. Eine wichtige Schwelle gibt es an anderer Stelle: Die Bundesförderung für eine 24-Stunden-Betreuung setzt Pflegegeld ab Stufe 3 voraus.

Ist Betreuung zu Hause günstiger als ein Pflegeheim?

Die Kosten lassen sich nur auf derselben Leistungsgrundlage vergleichen. Bei vitabene beginnt die 24-Stunden-Betreuung derzeit bei 94 Euro pro Tag; Wohnkosten, Verpflegung und zusätzlich benötigte mobile Pflege gehören ebenfalls in die Rechnung. Beim Pflegeheim kommen Grundbetrag, Pflegezuschlag und mögliche Zusatzleistungen zusammen. Vergleichen Sie daher immer denselben Zeitraum und ziehen Sie Pflegegeld und mögliche Förderungen erst danach ab.

Was darf eine 24-Stunden-Betreuerin – und was nur diplomiertes Pflegepersonal?

Eine Personenbetreuerin unterstützt im Haushalt und im Alltag, begleitet zu Terminen, leistet Gesellschaft und hilft im vereinbarten Rahmen auch bei der Körperpflege. Bestimmte pflegerische und ärztliche Tätigkeiten darf sie nur nach entsprechender Anordnung oder Delegation übernehmen. Regelmäßige Wundversorgung, Injektionen oder ein komplexes Medikamentenmanagement gehören in die Hände entsprechend qualifizierter Fachpersonen. Personenbetreuung und mobile Hauskrankenpflege lassen sich kombinieren.

Wie lange wartet man auf einen Pflegeheimplatz?

Das unterscheidet sich stark nach Bundesland, Region und Einrichtung. Fragen Sie jedes Haus nach der aktuellen Wartezeit und den Kriterien für die Reihung und erkundigen Sie sich bei mehreren Einrichtungen. Für die Zwischenzeit können je nach Situation mobile Dienste, 24-Stunden-Betreuung, Kurzzeitpflege oder Übergangspflege infrage kommen.

Darf für Heimkosten auf das Vermögen der Familie zugegriffen werden?

Im Rahmen der Sozialhilfe darf seit 1. Jänner 2018 nicht auf das Vermögen von Angehörigen zugegriffen werden, um Heimkosten abzudecken. Zunächst werden Pension, Pflegegeld und sonstige Einkünfte der pflegebedürftigen Person herangezogen. Reichen sie nicht aus, kommt meist die Sozialhilfe für den Restbetrag auf. Details klären Sie mit dem zuständigen Sozialhilfeträger Ihres Bundeslandes.

Was ist bei Demenz besser: zu Hause oder Pflegeheim?

Beides kann richtig sein. Solange Orientierung, Sicherheit und Versorgung in der vertrauten Umgebung gewährleistet sind, kann Betreuung zu Hause gut tragen. Bei ausgeprägter nächtlicher Unruhe, wiederholter Selbstgefährdung oder einem Pflegebedarf, der zu Hause nicht mehr abgedeckt werden kann, kann eine Einrichtung mit passender Spezialisierung die sicherere Lösung sein.