Sicher wohnen im Alter: Tipps für die Wohnung | vitabene

Sicher wohnen im Alter: Tipps für die altersgerechte Wohnung

Stürze gehören zu den häufigsten Unfallursachen bei Menschen über 65, und viele davon passieren zuhause. Die gute Nachricht: Mit gezielten Anpassungen lässt sich das Risiko deutlich senken. Wer Licht, Wege, Bad und Alltagsabläufe bewusst absichert, macht die Wohnung nicht nur sicherer, sondern oft auch entspannter.

266.100 Senioren über 65 wurden 2025 in Österreich nach Haushaltsunfällen spitalsbehandelt (neuer Höchststand, +5 % gegenüber Vorjahr)
62 % aller unfallbedingten Spitalsbehandlungen bei 75- bis 79-Jährigen gehen auf Haushaltsunfälle zurück
+21 % mehr Stürze beim Gehen im Wohnbereich – die am stärksten gestiegene Unfallart bei Senioren

Die drei wichtigsten Sofortmaßnahmen

  • Stolperfallen entfernen: lose Teppiche, Kabel, herumliegende Gegenstände und schlechte Beleuchtung
  • Bad und Nachtwege sichern: Haltegriffe, rutschfeste Matten und klare Lichtführung
  • Wichtige Dinge erreichbar machen: keine unnötigen Wege, kein Tritthocker-Zwang, klare Abläufe

Schon wenige gezielte Anpassungen können die Wohnung spürbar sicherer machen. Wichtig ist, nicht nur auf einzelne Produkte zu schauen, sondern die gesamte Alltagsbewegung älterer Menschen mitzudenken: vom Aufstehen in der Nacht bis zum Weg ins Bad oder in die Küche.

Sturzprävention: Welche Stolperfallen zuerst verschwinden sollten

Ausreichendes Licht ist eine der wichtigsten Grundlagen. Gerade nachts werden schlecht beleuchtete Wege schnell gefährlich. Nachtlichter, zusätzliche Lampen und sauber verlegte Kabel reduzieren das Risiko deutlich.

Praxis-Hinweis

Gehen Sie die Wohnung einmal bewusst mit den Augen Ihrer Angehörigen durch: Wo fehlt Licht? Wo liegt etwas im Weg? Wo müsste man sich abstützen, findet aber keinen Griff? Ein solcher Rundgang zeigt oft sofort die größten Risiken.

Flure und Durchgänge sollten frei bleiben. Schuhe, Kisten oder kleine Gegenstände, die tagsüber harmlos wirken, werden nachts oder bei Unsicherheit schnell zur Stolperfalle. Lose Teppiche sollten am besten entfernt oder zumindest konsequent rutschfest fixiert werden.

Auf glatten Böden und Treppen helfen rutschfeste Matten oder Beläge. Entscheidend ist, dass Sicherheit nicht punktuell, sondern als Wegesystem gedacht wird: von Bett zu Bad, von Sofa zu Küche, von Tür zu Sitzplatz.

Sicherheit im Badezimmer: Wo die meisten Haushalte nachrüsten müssen

Nasse Flächen sind besonders gefährlich. Rutschfeste Matten in Dusche und Badewanne sowie stabile Haltegriffe neben Toilette, Dusche und Wanne gehören deshalb zu den wirksamsten Anpassungen im Alltag älterer Menschen.

Gerade beim Hinsetzen, Aufstehen oder Umsteigen entstehen Unsicherheit und Sturzgefahr. Wer hier früh nachrüstet, verhindert oft genau jene Unfälle, die später einen Krankenhausaufenthalt oder dauerhafte Einschränkungen auslösen.

Erreichbarkeit im Alltag: Was schnell unnötig gefährlich wird

Häufig genutzte Dinge sollten ohne Bücken, Strecken oder Klettern erreichbar sein. Trinkgläser, Medikamente, Küchenutensilien und Pflegeprodukte gehören in eine Höhe, die ohne Tritthocker oder wackelige Ausweichbewegung sicher erreichbar ist.

Ein Hausnotruf-System gibt zusätzliche Sicherheit, wenn jemand alleine lebt oder sturzgefährdet ist. Im Notfall kann per Knopfdruck Hilfe gerufen werden. Solche Geräte werden in Österreich häufig als Leihsystem mit Servicepauschale angeboten.

Hausnotruf in Österreich: Anbieter und Ablauf

Das System besteht aus einem Gerät mit Festnetzanschluss und einem tragbaren Sender (Armband oder Kette). Ein Knopfdruck verbindet mit einer Notrufzentrale, die Name, Adresse und Vorerkrankungen sofort auf dem Bildschirm sieht. Bekannte österreichische Anbieter sind unter anderem:

  • Rotes Kreuz (Rufhilfe): In allen Bundesländern verfügbar, Verleihsystem, Schlüsseltresor-Option, Einsatz durch Rettungskräfte des Roten Kreuzes — roteskreuz.at/rufhilfe
  • Volkshilfe, Caritas, Hilfswerk, Johanniter: Weitere gemeinnützige Anbieter mit regionalen Tarifen
  • Schlüsseltresor: Viele Anbieter ermöglichen die Hinterlegung eines Wohnungsschlüssels, damit Helfer im Notfall eintreten können, ohne die Tür aufzubrechen

Eine bundesweite Übersicht aller Anbieter (alphabetisch, ohne Empfehlung) findet sich auf oesterreich.gv.at.

Brandschutz: Was auf jeder Etage vorhanden sein sollte

Auf jeder Etage sollte ein funktionierender Rauchmelder vorhanden sein. Ebenso wichtig ist, dass Batterien regelmäßig geprüft werden und dass ältere Angehörige wissen, was im Brandfall zu tun ist. Sicherheit zuhause beginnt bei den alltäglichen Routinen, nicht erst im Ernstfall.

Wann 24-Stunden-Betreuung die Wohnsicherheit zuhause stabilisiert

Manchmal reichen bauliche Anpassungen allein nicht mehr. Wenn Stürze trotz Maßnahmen wieder vorkommen, Nachtwege unsicher bleiben oder Angehörige die Aufsicht nicht dauerhaft leisten können, braucht es zusätzliche menschliche Präsenz.

vitabene bietet in Wien, Niederösterreich und Linz professionelle 24-Stunden-Betreuung, Kurzzeitpflege und Urlaubsvertretung an. Dabei geht es nicht nur um Pflegeleistungen, sondern auch darum, das Zuhause im Alltag wieder sicher und verlässlich bewohnbar zu machen.

Wann Umbauten allein nicht mehr reichen

Wenn Medikamente, Orientierung, nächtliche Wege oder Sturzrisiko kippen, braucht es häufig nicht nur bessere Ausstattung, sondern verlässliche Unterstützung durch eine anwesende Person.

Förderungen für Wohnungsanpassung in Österreich — Stand 2026

Wichtig: Anträge müssen in der Regel vor Baubeginn gestellt werden — nachträgliche Förderungen sind meist ausgeschlossen.

  • Wien: Förderung für altersgerechten Umbau — bis zu 7.500 EUR (50 % der förderbaren Kosten, nichtrückzahlbar). Seit Jänner 2026 deutlich erhöht. Voraussetzungen: Antragsteller mindestens 60 Jahre alt, Hauptwohnsitz, Umbaukosten mindestens 3.000 EUR, Einkommensgrenzen gelten. Antrag vor Baubeginn bei der MA 25.
    wien.gv.at — Förderungsantrag altersgerechter Umbau →
  • Niederösterreich: Spezielle Wohnbauförderung für pflegegerechte Sanierungsmaßnahmen (z. B. bodengleiche Dusche, Haltegriffe, Türverbreiterung). Auskunft: Amt der NÖ Landesregierung, Abteilung Wohnbauförderung, post.f2auskunft@noel.gv.at
    noe.gv.at — Förderung pflegegerechte Sanierung →
  • Sozialministeriumservice (bundesweit): Unterstützungsfonds für Menschen mit Behinderungen — Zuschuss bis zu 75 % der nachgewiesenen Kosten für barrierefreie Umbauten (bei anerkannter Behinderung ab 50 %). Antrag bei der zuständigen Landesstelle vor dem Umbau.
    sozialministeriumservice.gv.at — Unterstützungsfonds →
  • Alle Bundesländer: Förderprogramme variieren stark. Eine Erstübersicht bietet oesterreich.gv.at. Empfehlung: In jedem Fall parallel bei der Gemeinde/dem Land und beim Sozialministeriumservice anfragen.

Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information. Für eine individuelle Sicherheitsbeurteilung des Wohnraums empfiehlt sich eine persönliche Beratung.

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vitabene berät Familien in Wien, Niederösterreich und Linz persönlich und kostenlos.


Häufige Fragen zu Sicherheit und Wohnen im Alter

Was kostet ein barrierefreier Badumbau ungefähr?

Kleine Maßnahmen wie Haltegriffe oder Antirutschlösungen sind vergleichsweise günstig. Größere Umbauten wie bodengleiche Duschen oder umfassende Barrierefreiheit können mehrere tausend Euro kosten. Förderungen sollten deshalb früh mitgeprüft werden.

Welche Förderungen gibt es für altersgerechten Wohnungsumbau?

Je nach Wohnort kommen Fonds Soziales Wien, Landesförderungen oder Leistungen des Sozialministeriumservice infrage. Wichtig ist meist, Anträge vor dem Umbau zu stellen und nicht erst nachträglich.

Wann ist betreutes Wohnen oder Betreuung sinnvoller als weiterer Umbau?

Wenn Orientierung, Mobilität oder nächtliche Sicherheit dauerhaft nicht mehr gewährleistet sind, reichen Umbauten allein oft nicht aus. Dann sollte geprüft werden, ob ergänzende Betreuung zuhause oder ein anderes Wohnmodell die bessere Lösung ist.

Wo und wie stelle ich den Antrag auf Förderung — und was muss ich beachten?

Das hängt vom Wohnort ab. In Wien ist die MA 25 (Wiener Wohnbauförderung) die zuständige Stelle — der Antrag muss vor Baubeginn eingebracht werden. In Niederösterreich ist die Abteilung Wohnbauförderung des Amts der NÖ Landesregierung zuständig (post.f2auskunft@noel.gv.at). Für Umbauten bei anerkannter Behinderung (ab 50 % Grad) kommt zusätzlich der Unterstützungsfonds des Sozialministeriumservice infrage — hier bitte ebenfalls vor dem Umbau anfragen. In allen Bundesländern gilt: erst Antrag einreichen, dann bauen. Wer diesen Schritt überspringt, erhält in der Regel keine Förderung mehr.

Kann ich den Hausnotruf über das Pflegegeld oder eine Förderung mitfinanzieren?

In Österreich gibt es kein direktes bundesweites Pflege-Förderprogramm speziell für Hausnotruf — das Pflegegeld kann aber für solche Hilfsmittel eingesetzt werden. Einzelne Bundesländer und Gemeinden bieten Zuschüsse an; es lohnt sich, beim Fonds Soziales Wien (in Wien), beim Land oder bei der Sozialberatungsstelle der Gemeinde nachzufragen. Das Rote Kreuz und andere gemeinnützige Anbieter vermieten Geräte auf Monatsbasis — eine Anschaffung ist in der Regel nicht notwendig. Erste Anlaufstelle für eine bundesweite Übersicht: oesterreich.gv.at/hausnotruf.